Landessynode

Landessynode Bayreuth - Das neue Team der Landessynodalen stellt sich vor

Vom 30. März bis zum 3. April tagte zum ersten Mal die im Dezember neu gewählte Landessynode. Neben dem Landeskirchenrat, dem Landesbischof und dem Landessynodalausschuss ist sie das vierte Organ der Kirchenleitung unserer Landeskirche. Zu ihren Aufgaben gehören u.a. die kirchliche Gesetzgebung und die Verabschiedung des Haushaltes. Aus dem Dekanat Erlangen sind drei Personen von allen Kirchenvorständen in die Synode gewählt worden: Frau Annekathrin Preidel, Frau Imke Sunder und Pfarrer Daniel Wanke.

Diese erste Synodaltagung in Bayreuth war geprägt von dem festlichen Eröffnungsgottesdienst mit der Verpflichtung der Synodalen sowie von vielen, vielen Wahlen. Ausschüsse wurden besetzt, Arbeitskreise gebildet, Vertreter in Kuratorien und Stiftungsräte entsandt, Landessynodalausschuss und Präsidium gewählt. Wir freuen uns sehr, dass Frau Preidel zur neuen Präsidentin der Landessynode gewählt wurde.

Inhaltlich beschäftigten uns die verschiedenen Eingaben von Dekanaten, Kirchenvorständen und auch Einzelpersonen. Sehr einig war die Synode sich z. B. darin, das Kirchgeld in der vorhandenen Form beizubehalten oder die Überlassung gottesdienstlicher Räume zu besonderen Veranstaltungen weiter in der Verantwortung der Kirchenvorstände zu belassen. Kontroverser war die Frage, ob die Synode zu einem satanistischen, gewaltverherrlichenden Horror-Film Stellung beziehen sollte. Die Entscheidung, dies nicht zu tun, wurde von einer großen Mehrheit getragen, der es nicht darum ging, dass wir keine klare Position haben, sondern darum, keine (mediale) Aufmerksamkeit auf diesen Film zu lenken.

Längere Debatten gab es zu den Themen Kirchenasyl und zum Aufruf zur Europawahl. Hier wurde um Formulierungen gerungen, im Grundsatz war man sich jedoch einig. Beide Presseerklärungen können auf www.bayern-evangelisch.de unter „informiert“ und „Pressecenter“ nachgelesen werden und wurden auch an die Gemeinden weitergeleitet.

Im Folgenden möchten wir - „Ihre“ drei VertreterInnen in der Synode -  uns gerne etwas ausführlicher vorstellen, damit Sie wissen, wer Sie und die Gemeinden des Dekanats Erlangen dort in den kommenden sechs Jahren vertritt.

Ihre

Annekathrin Preidel, Imke Sunder und Daniel Wanke

 

Synodalensteckbrief von: Dr. Annekathrin Preidel

Baujahr: 1957

Wiegenstandort: Göttingen

Sippe: verheiratet mit Dr. Walter Preidel, drei erwachsene Kinder

Beruf: Diplom-Biologin

Seit 2001 im Kirchenvorstand der Egidienkirche Erlangen- Eltersdorf,

seit 2008 Mitglied der Landessynode der ELKB, seit 2009 Mitglied der Synode der EKD und der Generalsynode der VELKD, hier auch im Präsidium.

Die vergangenen sechs Jahre, in denen ich unser Dekanat in der Landessynode vertreten durfte, waren für mich eine große Horizonterweiterung. Die Gremienarbeit in der Landessynode war das Arbeitsintensivste aber in der Tat auch das Beste, was ich bislang in meinem Engagement für unsere Kirche erlebt habe. Nicht nur, dass ich mit vielen Gemeinden in unserem Dekanat in Kontakt kam und gleichzeitig durch die Wahl in die Generalsynode der VELKD und in die Synode der EKD einen wirklich großen Gestaltungsrahmen hatte, es war auch immer wieder besonders spannend zwei Mal im Jahr die ganze Vielfalt unserer Landeskirche über eine Woche zu erleben, gemeinsam um Themen zu ringen und am Ende einen Konsens zu finden. Ich habe das gute, offene und trotz vieler kontroverser Diskussionen sehr freundschaftliche Miteinander in der Landessynode als außerordentlich bereichernd empfunden.

Nun hat mich die Landessynode in Bayreuth zu ihrer Präsidentin gewählt, so dass ganz neue Aufgaben auf mich zukommen. Zusammen mit den beiden Vizepräsidenten, Dekan Hans Stiegler aus Ansbach und Rechtsanwalt Hans-Christoph Bodenstab aus Kempten, gilt es die Verhandlungen zu leiten. Ich werde die von der Landessynode ausgehenden Ausfertigungen unterzeichnen und die Landessynode nach außen vertreten.

Darüber hinaus ist es meine Aufgabe die monatlichen Sitzungen des Landessynodalausschuss zu leiten und – wenn notwendig – den Berufungsausschuss einzuberufen.

Ich freue mich über das Vertrauen, das die Landessynode mir entgegengebracht hat, und auf alle Herausforderungen, die das neue Amt mit sich bringt.

Synodalensteckbrief von: Imke Sunder

Baujahr: 1972

Wiegenstandort: Schwanewede (Niedersachsen), aufgewachsen in

Wuppertal

Sippe: verheiratet mit Klaus Peter Sunder, zwei Teenager-Töchter

Laufbahn: Englisch- und Theologie-Studium auf Lehramt in Würzburg,

Waverly (Iowa, USA) und Erlangen, Prädikantin, nach längerer Familienzeit seit 2004 am Marie-Therese-Gymnasium

Als echter Gremien-Neuling bin ich sehr gespannt auf meine Arbeit als Synodale. Gerne habe ich 2012 zum ersten Mal für den Kirchenvorstand der Martin-Luther-Gemeinde in Erlangen, Büchenbach kandidiert und mich sehr über meine Wahl gefreut. Dieser schickte mich gleich weiter in die Dekanatssynode, von der ich in den Dekanatsausschuss gewählt wurde, durch den es schließlich zu meiner Kandidatur für die Landessynode kam.

Seit meiner Konfirmation habe ich immer im Bereich Kindergottesdienst gearbeitet, zurzeit leite ich das Team der ehrenamtlichen Kindergottesdiensthelferinnen in unserer Gemeinde. Außerdem engagiere ich mich im Missions-Bereich (v.a. bei der Partnerschaft mit Makumira), und beim Weltgebetstag. Schwerpunkt ist und bleibt aber die Kinder- und Familienarbeit. Hier liegt die Zukunft unserer Kirche, hier sehe ich viele Chancen und Möglichkeiten, die leider aber zu oft nicht oder nicht genug genutzt werden. Im Religionsunterricht begegne ich den Kindern und Jugendlichen täglich und erlebe hautnah ihr großes Interesse an religiösen Fragen auf der einen Seite, aber auch ihre große Skepsis und Distanz der Kirche gegenüber auf der anderen Seite. 

In der Synode arbeite ich daher auch im Ausschuss „Jugend, Erziehung und Bildung“ mit - ein weites und vielfältiges Feld, in dem ich mich gerne mit meinen Kompetenzen und Erfahrungen einbringe.

Ich bin bisher positiv überrascht, dass in allen Gremien neben den Finanzen (die eine wichtige Grundlage für die Arbeit bilden und gut verwaltet und verteilt werden wollen) auch organisatorische, diakonische und theologische Themen eine große Rolle spielen. Wichtig ist mir, dass meine synodale Arbeit mit der Basis verknüpft bleibt – das kann der Fall sein, weil sie direkte Auswirkungen hat, weil ich Impulse von der Basis einbringe oder auch einfach, weil ich immer wieder die Gemeinden und Menschen vor Ort informieren möchte, was „ihre Kirche“ bewegt, diskutiert und beschließt.

Synodalensteckbrief von: Pfr. Dr. Daniel Wanke

Baujahr: 1967

Wiegenstandort: Erlangen

Sippe: verheiratet mit Eva Siemoneit-Wanke, drei Kinder

Tatort: Evangelische Studierenden- und Hochschulgemeinde Erlangen = ESG (auf einer ¾-Stelle, die anderen ¾ bearbeitet meine Frau)

Laufbahn: Studium in Erlangen und Wien, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotion in Mainz (Kirchengeschichte), Vikariat in Lindau/Bodensee, Elternzeit in Bamberg, z.A.-Zeit in Küps, Schulpfarrer in Kulmbach, seit 4½ Jahren Hochschulpfarrer in Erlangen (Pfarrstelle Erlangen-Neustadt III / Thomaskirche II)

Kirche kann niemals Selbstzweck sein, sondern immer nur Kirche für andere. All ihr Tun und Lassen muss dem Evangelium von Jesus Christus und dadurch dem Nächsten dienen. Je einfacher, je klarer, je transparenter und je offenherziger wir dies tun, desto besser. Unklare Formen der Zusammenarbeit und der Kommunikation, die dies verhindern oder den Eindruck eigennütziger Heimlichkeit erwecken können, sind hinderlich bis schädlich. Dies betrifft alle Aufgabenbereiche des kirchlichen Lebens, nicht nur die Finanzen.

Weil meiner Erfahrung nach ein gut gestricktes Kirchenrecht der Kommunikation des Evangeliums dienen kann, möchte ich in den nächsten sechs Jahren im Rechts- und Verfassungsausschuss der Synode mitarbeiten; nicht, um einer zunehmenden Verrechtlichung unserer Kirche das Wort zu reden, sondern um unsere Strukturen daraufhin zu überprüfen, ob sie die frohe Botschaft und den Dienst der Nächstenliebe fördern oder hemmen.

Außerdem möchte ich dabei helfen mitzudenken, wie wir in Zukunft angesichts einer deutlich dünner werden Personaldecke der beschriebenen kirchlichen Hauptaufgabe gerecht werden können. Welche Aufgaben müssen wir, neben dem unabdingbaren Dienst in den Ortsgemeinden und in anderen unverzichtbaren Bereichen (z.B. Schule, Klinikseelsorge), weiterhin unbedingt mit Personal ausstatten, welche weniger (oder gar nicht mehr??). Ich glaube, dass diese wichtigen Weichenstellungen in den nächsten Jahren getroffen werden müssen.

Dass aller Voraussicht nach weniger Personal da sein wird, wird außerdem dazu führen, dass die Menschen, die ihren Dienst in den Gemeinden, Schulen, diakonischen Einrichtungen tun, (noch) stärker belastet sein werden. Darum will ich mich bei der Suche nach passgenauen Wegen der Förderung und Entlastung beteiligen.

Last but not least liegt mir sehr am Herzen, junge Menschen zum Glauben einzuladen. Die kreative und fröhliche Verkündigungsarbeit im Jugendbereich muss in unserer Prioritätenliste ganz oben stehen.