Wehrkirche Kriegenbrunn

Geschichte des Ortes

Für Kriegenbrunn zeigen späthallstattzeitliche Grabfunde frühe Besiedlung an. 1119 und 1132 ist ein Eg(i)no von Criginbrunnin, 1127 als Domkellermeister, 1213-1241 ein Domkanoniker desselben Namens in Bamberg belegt. War Frauenaurach ursprünglich nach Kriegenbrunn gepfarrt, so wurde später das Verhältnis umgekehrt. Für das 15. Jh. sind in Kriegenbrunn umfangreiche Besitzungen des Frauenauracher Klosters nachzuweisen. Im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und entvölkert, wurde das Dorf vorwiegend von österreichischen Glaubensflüchtlingen neu besiedelt.

Kirche

Die teils noch von Resten einer Wehrmauer umgebene ehemalige Wehrkirche ist Johannes dem Täufer geweiht. lhr Kern ist der dreigeschössige Chorturm mit Pyramidendach aus dem 13./14. Jh. An ihn schließt das gleich breite Langhaus mit nur der eineinhalbfachen Länge des Turms aus der 1. Hälfte des 15. Jh. an (vgl. die senkrechte Baunaht an der Südwand westlich des Turmes). Die stark beschädigte Kirche wurde 1666 wiederhergestellt. Später wurden bis zum Triumphbogen reichende Emporen eingebaut und zu ihrer Belichtung je ein langes Fenster in der Nord- und der Südwand ausgebrochen. Der Predigt diente eine die Altarmensa überragende Kanzel. Zur Freilegung der 1940 entdeckten Wandmalereien wurden 1941 - bei Verkürzung der beiden langen Fenster - die Emporen entfernt und 1946 durch kürzere ersetzt. 1953 und bei der letzten Kirchenrenovierung 1974-76 wurden die Wandbilder restauriert. Nach Entfernung der Kanzel erhielt der Schnitzaltar 1941 wieder seinen Platz auf der Altarmensa; er wurde 1952-53 restauriert. Die Sakristei an der Nordwand aus der Zeit nach 1900 hat einen älteren Anbau ersetzt.

Besonders eindrucksvoll ist der spätgotische Schnitzaltar. Er birgt in seinem Schrein eine Gruppe "Heilige Anna selbdritt". Dargestellt sind Anna, die Mutter der Maria, Maria selbst und das Jesuskind sowie in den Seitenflügeln die Heilige Katharina (links, mit Rad und Schwert) und die Heilige Barabara, rechts, mit Kelch.

Chor und Schiff sind durch einen niedrigen Triumphbogen getrennt. Den Mittelpunkt des Chores, der sich im unteren Geschoss des Turmes befindet, bildet der auf einer Sandsteinmensa stehende spätgotische Schnitzaltar.

Zu erwähnen sind auch die Wandmalereien, die - was selten vorkommt in sakralen Räumen - eine Darstellung des Teufels mit Menschenleib, Adlerkrallen, langem Schwanz, Wolfsrachen und Rüssel sowie Schweinsohren und Hörnern zeigen. Dieser schwebt über zwei sich unterhaltenden Frauen, dargestellt mit dem "laplilpap" aus dem Mund des Teufels, das wohl das Reden der beiden Frauen nachäffen soll. Die Szene soll vor dem Schwätzen während des Gottesdienstes warnen.

Im Sommer 2013 wurden die mittlerweile stark gefährdeten Wandbilder (oft maltechnisch nicht ganz zutreffend als "Fresken" bezeichnet) erneut restauriert und der Untergrund stabilisiert. Außerdem wurden Arbeiten zur Sicherung der Statik vorgenommen.